1. Das Heiligtum der Lebendigen Erneuerung
Anders als die Totentempel im Westen feierte der Luxor-Tempel (Ipet Resyt, 'Das südliche Heiligtum') die göttliche Lebenskraft des Königs. Unter Amenophis III. begonnen und von Ramses II. vollendet, verband er das Königtum unmittelbar mit den Göttern.
Hier wurde der Pharao nicht betrauert, sondern als lebendiger Träger der göttlichen Ordnung neu geboren.
“Der König tritt in den heiligen Hof, und mit ihm kehrt die Harmonie von Himmel und Erde zurück; hier vergeht das Leben nie.”— Inschrift des Opet-Festes
2. Das Opet-Fest und die Säulenkolonnade
Alljährlich zur Nilschwemme zogen Prozessionen mit den heiligen Barken von Amun, Mut und Chons entlang der Allee der Sphinxe nach Luxor. Vierzehn 16 Meter hohe Papyrussäulen bilden den majestätischen Rahmen dieses Festes.
In der Abenddämmerung erleuchtet der Tempel in warmem Gold und versetzt Besucher in das Staunen der antiken Pilger.
3. Eine Brücke durch die Jahrtausende
Vor dem Obelisken von Ramses II. – dessen Zwillingsbruder heute in Paris steht – spürt man die zeitlose Größe einer Zivilisation, die für die Ewigkeit schuf.